Eireifungsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches. Meistens steckt ein hormonelles Ungleichgewicht dahinter, das Zusammenspiel von Gehirn (Hypothalamus), Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und Eierstock (Ovar) ist gestört. Oder das Problem liegt in den einzelnen Organen.
Gut zu wissen
Die gute Nachricht: In vielen Fällen sind Störungen der Eireifung gut und relativ einfach behandelbar.
Was sind typische Ursachen?
- Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die häufigste Eireifungsstörung
- Unter- oder Überfunktionen der Schilddrüse
- Hyperprolaktinämie: in der Hypophyse wird zu viel Prolaktin produziert
- Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz)
- Essstörungen: starkes Unter- oder Übergewicht
- Stress, Leistungssport, Medikamente. Lesen Sie mehr zum Thema in unseren Blogs psychische Belastung bei Kinderwunsch und Fruchtbarkeit beeinflussen durch gesund leben
- Fortgeschrittenes Alter oder vorzeitige Eierstockinsuffizienz (POI)
- Eierstockzysten, Endometriose
Wie wird die Diagnose gestellt?
Im ausführlichen Gespräch (mehr Infos dazu finden Sie hier) geht es um den Zyklus, Vorerkrankungen, und Lebensstil.
Danach folgen Hormonuntersuchungen und der transvaginale Ultraschall zeigt, ob Eibläschen (Follikel) heranwachsen.
Ein Zyklusmonitoring überprüft die Zeit rund um einen Eisprung und die Hormonwerte (Progesteron) in der Gelbkörperphase.
Welche Behandlungen sind möglich?
Gezielte medikamentöse Behandlung
Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse werden mit Medikamenten therapiert, ebenso eine zu hohe Produktion des Prolaktins. Wir arbeiten dabei eng mit den internistischen Endokrinologen zusammen. Oft normalisiert sich der Zyklus bereits dadurch.
Therapie von Begleiterkrankungen
Starkes Untergewicht kann die Eireifung empfindlich stören, manchmal bleibt die Menstruation dann völlig aus. Auch massives Übergewicht beeinträchtigt die Ovarfunktion. Sport kann süchtig machen und die Balance zwischen Gehirn und Eierstock aus dem Gleichgewicht bringen.
Gerne beraten wir Sie über therapeutische Möglichkeiten – auch vorbereitend oder begleitend - zu einer hormonellen Stimulation der Eireifung.
Stimulation der Eizellreifung durch Tabletten oder Spritzen - Lesen Sie in diesem Blogbeitrag mehr dazu.