Die Künstliche Befruchtung – In-vitro-Fertilisation (IVF/ICSI)


Wenn alle anderen Therapien versagt haben oder aussichtslos erscheinen

Vor mehr als 40 Jahren kam das erste Kind dank einer extrakorporalen Befruchtung (künstliche Befruchtung), einer Zeugung im Reagenzglas, zur Welt. Seither wurde die Methode weiterentwickelt und verfeinert.

Gemeinsam mit Ihnen entscheiden wir, ob die IVF/ICSI–Therapie in Ihrer Situation wirklich sinnvoll und notwendig ist.

Wir erklären Ihnen hier in Kurzform in vier einzelnen Teilartikeln, was eine In-vitro-Fertilisation für Sie bedeutet, wie die Therapie abläuft und worauf Sie achten sollten.

Für einen Teil der Paare eignet sich auch die IVF-Naturelle®, die künstliche Befruchtung ohne oder mit ganz wenig Hormonen. Sie vermindert in günstigen Fällen psychische und körperliche Belastung sowie Kosten.

Vor der Therapie 

Meist geht eine lange Geschichte einer IVF/ICSI-Therapie voraus und die notwendigen Vorabklärungen wurden bereits gemacht.  

Abklärungen bei der Frau: 

  • Aktuelle Hormonwerte (max. ein Jahr alt) 
  • Kontrolle der Gebärmutterhöhle (Hydrosonographie) 
  • Probetransfer 

Beim Mann benötigen wir das aktuelle Spermiogramm. 

Gut zu wissen

Es ist ausserordentlich wichtig, dass im Kulturlabor keine ansteckenden Krank­ heiten übertragen werden. Zum Schutz aller Beteiligten – und vor allem zur Sicher­ heit des erhofften Kindes – ist es deshalb notwendig, das Blut beider Partner auf Hepatitis B und C (infektiöse Gelbsucht), HIV sowie Lues (Syphilis) zu untersuchen. Eine jährliche Aktualisierung der Tester­ gebnisse ist vorgeschrieben.

Mehrere gesunde Eizellen: Hormonelle Stimulation mit Spritzen 

Die Stimulation der Eierstöcke mit Hormonspritzen soll mehrere Eizellen reifen lassen. Die tägliche Hormondosis wird individuell auf jede Frau abgestimmt. Die allermeisten spritzen sich die Medikamente problemlos selbst oder der Partner hilft dabei. Die Reaktion der Eierstöcke wird mit Ultraschall und ev. Hormonbestimmungen im Blut regelmässig kontrolliert. Das genaue Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin. 

Eizellentnahme (vaginale Follikelpunktion) 

Sobald eine optimale Anzahl Eibläschen (Follikel) einen Durchmesser von 16 bis 20mm erreicht hat, wird der Eisprung mit einer letzten Hormonspritze abends ausgelöst. 35 bis 36 Stunden später erfolgt die Eizellgewinnung. 

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Während der Punktion betreut Sie das Narkoseteam. Sie erhalten ein Schmerzmittel und ein leichtes Narkosemittel über die Vene. Dies sorgt dafür, dass Sie bei der Follikelpunktion keine Schmerzen verspüren. 

Die Follikel werden in wenigen Minuten unter Ultraschallsicht mit einer dünnen Nadel durch die Scheide abgesaugt. Es gibt auch leere Eibläschen und nicht alle Eizellen sind reif. Die Zahl der gefundenen Eizellen muss somit nicht der Anzahl im Ultraschall sichtbaren Follikel entsprechen. 

Follikelpunktion Eizellentnahme

Spermagewinnung und Aufbereitung 

Am Tag der Eizellgewinnung benötigen wir frische Spermien des Partners. Die Probe wird im Labor so aufbereitet, dass möglichst viele gut bewegliche und normal geformte Spermien vorhanden sind. Wir entscheiden dann, welche Methode der künstlichen Befruchtung (klassische IVF oder ICSI) möglich ist. Falls Spermien in unserem Labor eingefroren sind, beispielsweise nach einer Entnahme aus dem Hoden (TESE), wird eine Probe aufgetaut. 

Lesen Sie mehr im Teil II: Künstliche Befruchtung: IVF oder ICSI? 

 

Autor: Dr. med. Mischa Schneider

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